Abiturnote in Bayern berechnen
Die bayerische Abiturnote entsteht aus genau zwei Bausteinen. Zusammen ergeben sie maximal 900 Punkte, und aus dieser Gesamtpunktzahl wird die Note auf dem Abiturzeugnis abgelesen. Wer den Aufbau einmal verstanden hat, kann jederzeit selbst ausrechnen, wo er steht.
Die beiden Blöcke
| Block | Was zählt | Maximum |
|---|---|---|
| Block I | 40 Halbjahresleistungen aus Q12 und Q13 | 600 Punkte |
| Block II | 5 Abiturprüfungen, jeweils vierfach | 300 Punkte |
| Gesamt | 900 Punkte |
Block I: die Halbjahresleistungen
In Block I werden 40 Halbjahresleistungen eingebracht. Eine
Halbjahresleistung (HJL) ist das gerundete Ergebnis eines Fachs in einem
Ausbildungsabschnitt – also zum Beispiel „Mathematik in 12/1“. Es gibt vier
Ausbildungsabschnitte: 12/1, 12/2, 13/1 und 13/2.
Jede HJL bringt maximal 15 Punkte. 40 × 15 = 600 Punkte. Weil aber nicht jede HJL gleich gewichtet in die Summe eingeht, wird die Summe der eingebrachten Werte am Ende auf die Skala bis 600 gebracht. Für die Praxis heißt das: jeder einzelne Punkt in jedem Halbjahr zählt gleich viel.
Wie die HJL selbst entsteht, ist in Halbjahresleistungen berechnen beschrieben. Welche 40 Werte am Ende eingebracht werden, erklärt Einbringung in Block I.
Block II: die Abiturprüfungen
In Block II zählen die fünf Abiturprüfungen: drei schriftliche und zwei weitere Prüfungen (mündlich oder im Rahmen einer Kombination, je nach Fächerwahl). Jede Prüfung wird vierfach gewertet:
5 Prüfungen × 15 Punkte × 4 = 300 Punkte
Das ist der Grund, warum die Abiturprüfungen so stark durchschlagen: Ein Punkt mehr in einer Prüfung ist vier Punkte mehr in der Gesamtrechnung – ein Punkt mehr in einer einzelnen HJL ist nur ein Punkt.
Von Punkten zur Note
Aus der Gesamtpunktzahl wird die Abiturnote abgelesen. Die Tabelle beginnt bei 823 Punkten für eine 1,0 und endet bei 300 Punkten für eine 4,0:
| Punkte | Note |
|---|---|
| ab 823 | 1,0 |
| ab 805 | 1,1 |
| ab 787 | 1,2 |
| ab 769 | 1,3 |
| ab 751 | 1,4 |
| ab 733 | 1,5 |
| ab 715 | 1,6 |
| ab 697 | 1,7 |
| ab 679 | 1,8 |
| ab 661 | 1,9 |
| ab 643 | 2,0 |
| ab 625 | 2,1 |
| … | … |
| ab 463 | 3,0 |
| ab 301 | 3,9 |
| 300 | 4,0 |
Die Abstände sind gleichmäßig: je 18 Punkte eine Zehntelnote. Wer also 18 Punkte mehr sammelt, verbessert sich um genau 0,1. Umgekehrt gilt: 18 Punkte entsprechen zum Beispiel 4,5 Punkten in einer Abiturprüfung (weil vierfach) oder 18 Punkten Summe über mehrere Halbjahresleistungen.
Unter 300 Punkten ist das Abitur nicht bestanden.
Rechenbeispiel
Angenommen:
- Block I: 40 eingebrachte Halbjahresleistungen mit durchschnittlich 11 Punkten
- Block II: fünf Prüfungen mit 12, 11, 13, 10 und 11 Punkten
Block I: 40 × 11 = 440 Punkte.
Block II: (12 + 11 + 13 + 10 + 11) = 57 Punkte, ×4 = 228 Punkte.
Gesamt: 440 + 228 = 668 Punkte → das liegt zwischen 661 (1,9) und 679 (1,8), also eine Abiturnote von 1,9.
Wären die Prüfungen im Schnitt einen Punkt besser gelaufen (62 statt 57), wären das 248 statt 228 Punkte, also 688 insgesamt – und damit eine 1,8. Ein Punkt mehr pro Prüfung ist rund eine Zehntelnote.
Die häufigste Fehlannahme
Viele rechnen mit dem Durchschnitt ihrer Noten und wundern sich, dass die Abiturnote davon abweicht. Der Grund: Die Abiturnote ist kein Durchschnitt der Zeugnisnoten, sondern das Ergebnis einer Punktesumme mit unterschiedlicher Gewichtung. Vier Punkte pro Prüfung gegen einen Punkt pro Halbjahresleistung – das verschiebt das Bild deutlich, sobald Prüfungen und laufende Noten auseinanderliegen.
Genau diesen Unterschied macht der Notentracker sichtbar: Er rechnet beide Blöcke getrennt und zeigt, wie sich eine Änderung an einer Stelle auf die Gesamtpunktzahl auswirkt.
Quellen
Verbindlich sind die offiziellen Quellen und die Auskunft deiner Oberstufenkoordination.