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Ratgeber

Einbringung in Block I

In Q12 und Q13 entstehen deutlich mehr Halbjahresleistungen, als in Block I zählen. Eingebracht werden genau 40. Ein Teil davon ist vorgeschrieben, den Rest darfst du wählen – und diese Wahl ist der einzige Punkt im ganzen System, an dem du deine Abiturnote ohne eine einzige zusätzliche Note verbessern kannst.

Pflicht und freie Wahl

Die 40 Werte setzen sich zusammen aus:

Dazu kommt die Seminararbeit des W-Seminars, die mit der Wertigkeit von zwei Halbjahresleistungen eingeht (siehe W-Seminar bewerten).

Die Strategie ist einfacher, als sie klingt

Für die freien Einbringungen gilt eine einzige Regel: die höchsten Punktzahlen gewinnen. Es gibt keinen Bonus für ein bestimmtes Fach und keinen Nachteil für ein Zusatzangebot. Wenn du in einem Zusatzfach 13 Punkte hast und in einem anderen Fach 8, bringst du die 13 ein.

Zwei Einschränkungen:

  1. Bei den gebundenen Einbringungen musst du die Mindestzahl zuerst erfüllen. Erst danach zählt „bester Wert gewinnt“.
  2. Ein Fach, das du nicht durchgehend belegt hast, kann keine HJL für ein Halbjahr liefern, in dem es nicht aktiv war.

Unterpunktungen: die zweite Bedingung

Neben der Punktsumme gibt es eine Qualitätsbedingung. Eine Halbjahresleistung mit weniger als 5 Punkten heißt Unterpunktung. Für die Zulassung zum Abitur gilt:

Daraus folgt ein Konflikt, den viele unterschätzen: Manchmal ist es sinnvoll, eine HJL mit 6 Punkten einzubringen statt einer mit 4 Punkten, auch wenn die Summe dadurch kaum steigt – weil die 4 als Unterpunktung zählt und das Budget von 8 verbraucht.

Beispiel

Du hast noch zwei freie Einbringungen und drei Kandidaten:

Kandidat Punkte Unterpunktung?
A 4 ja
B 5 nein
C 4 ja

Rein nach Summe wären A und C (4 + 4 = 8) schlechter als B und A (5 + 4 = 9). Also: B einbringen, dann A. Damit ist nur eine Unterpunktung verbraucht statt zwei, und die Summe ist zusätzlich höher. Wenn du bereits bei 8 Unterpunktungen stehst, ist B sogar die einzig mögliche Wahl.

Wann man das entscheiden muss

Die Einbringung wird am Ende der Qualifikationsphase festgelegt, wenn alle Noten feststehen. Vorher lohnt es sich trotzdem, den aktuellen Stand zu kennen: Wenn absehbar ist, dass ein Fach ohnehin nicht eingebracht wird, ist der Aufwand dort anders zu bewerten als in einem Pflichtfach, das mit allen vier Halbjahren zählt.

Genau dafür gibt es im Notentracker die Funktion „Einbringung prüfen“: Sie berechnet automatisch die beste Kombination aus deinen aktuellen Noten – unter Berücksichtigung der Pflichteinbringungen und des Unterpunktungs-Budgets – und markiert, welche Werte gesetzt sind und welche du frei wählen kannst. Du kannst die Auswahl anschließend manuell überschreiben.

Häufige Missverständnisse

„Ich kann schlechte Noten einfach streichen.“ Nur bei den freien Einbringungen. Bei Deutsch, Mathematik, der fortgeführten Fremdsprache und dem Leistungsfach zählen alle vier Halbjahre – dort gibt es keine Streichung.

„Zusatzfächer sind Extrapunkte.“ Ein Zusatzangebot bringt nur etwas, wenn es besser ist als der schlechteste ersetzbare Wert. Es erhöht die Zahl 40 nicht.

„Unterpunktungen sind egal, solange die Summe passt.“ Nein – über 8 Unterpunktungen in den eingebrachten Leistungen fehlt die Zulassung, unabhängig von der Punktsumme.

Quellen

Verbindlich sind die offiziellen Quellen und die Auskunft deiner Oberstufenkoordination.